BWS-Blockade selbst lösen: 5 erstaunlich einfache Übungen

BWS-Blockade selbst lösen - wie geht das?

Vielleicht hast du dir die Frage gestellt, weil du ein starkes Spannungsgefühl im oberen Rücken hast und dein Bewegungsumfang eingeschränkt ist.

Vielleicht hast du auch schon probiert, deine BWS-Blockade wegzuknacksen, doch sie kommt immer wieder

Viele versuchen es genau so, ohne zu wissen, dass diese Methode nicht den gewünschten Erfolg mit sich bringt. Wie wirst du sie dann los?

In diesem Artikel erfährst du unter anderem:

  • Was eine BWS-Blockade eigentlich ist,
  • wie eine Blockade im oberen Rücken entsteht,
  • warum sich Einrenken zwar gut anfühlt, dein Problem aber nicht lösen wird und
  • wie du deine BWS-Blockade selbst lösen kannst.

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Was ist eine BWS-Blockade?

Mal wieder sitzt du lange vorm Computer, willst aufstehen und der obere Rücken fühlt sich blockiert an.

Manchmal reicht es dann, den oberen Rücken kurz zu strecken, um eine BWS-Blockade mit einem knackenden Geräusch zu lösen.

Doch manchmal kannst du dich strecken und drehen, wie du willst. Die Blockade will einfach nicht richtig rausgehen und du nimmst ein Spannungsgefühl wahr.

HWS BWS und LWS

Grün gekennzeichnet siehst du die Brustwirbelsäule.

Solche BWS-Blockaden entstehen häufig spontan. Dann schränken sie die Beweglichkeit in einem oder mehreren Wirbelkörpern ein.

Ganz typisch dabei ist, dass das Spannungsgefühl oder sogar Schmerzen je nach Bewegungsrichtung zunehmen.

Interessant ist, dass bei einer Blockade in der Brustwirbelsäule die Beweglichkeit nie vollständig eingeschränkt ist, sondern sich die blockierten Wirbelkörper in mindestens eine Richtung frei bewegen können. Das heißt, sie sich zu mindestens einer Richtung schmerzfrei drehen, sich strecken oder beugen.

Ebenso wie sie spontan entstehen, lösen sich BWS-Blockaden häufig spontan von selbst. Wir hören dann ein knackendes Geräusch, das mit einem Entspannungsgefühl einhergeht. Was es damit auf sich hat und warum das Problem so nur kurzfristig gelöst wird, schauen wir uns weiter unten an.

Warum knackt die Wirbelsäule?

Wie eine BWS-Blockade genau entsteht, wird noch diskutiert und ist nicht ganz klar.

Aktuell scheint ein neurophysiologischer Ansatz vielversprechend zu sein. Demnach basiert eine BWS-Blockade auf reflexbasierten Mechanismen im Rückenmark.

Dieses Wissen greifen wir später auf, um eine BWS-Blockade selbst lösen zu können. Schauen wir uns diesen Prozess genauer an.

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Wie entsteht eine BWS-Blockade?

Früher dachte man, eine BWS-Blockade entstehe durch eine strukturelle Einschränkung.

Mittlerweile geht man nicht mehr von einem biomechanischen Erklärungsansatz aus.

Vielmehr treten neurophysiologische Aspekte in den Vordergrund.

Es wird davon ausgegangen, dass durch kleinere Irritationen verschiedene Rezeptoren stimuliert werden.

Diese leiten die Reize über das Rückenmark weiter ins Gehirn.

Blockierungsmechanismus

Hier werden die Reize verarbeitet und ein Schmerzsignal ausgesendet. Gleichzeitig werden motorische Nervenzellen aktiviert.

Diese Nervenzellen wiederum erhöhen den Muskeltonus der tiefen Rückenmuskulatur, wodurch eine Kompression oder eine Blockade im oberen Rücken entsteht.

Die Tonuserhöhung der Rückenmuskulatur können wir als verspannten Muskel ertasten, der empfindlich auf Druck oder Klopfen reagiert.

Wodurch dieser Reflexbogen ausgelöst wird, ist bis heute wissenschaftlich nicht geklärt. Erfahrungswerte gehen davon aus, dass:

  1. Blockaden im oberen Rücken als Folge einmaliger falscher Bewegungen entstehen,
  2. als Folge einer statischen Haltearbeit und / oder
  3. als Störung im nervös-reflektorischen Regelkreises des dazugehörigen Wirbelsäulensegmentes.

Wir wissen also, dass Bewegungsmangel, einseitige Belastungen oder Überlastungen eine BWS-Blockade verursachen können.

Häufig entstehen sie allerdings ohne genaue Ursache und verschwinden bei Alltagsbelastungen wieder.

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BWS-Blockade erkennen

Bewegungseinschränkungen. Verspannungen. Gekrümmte Haltung.

Eine Blockade der Brustwirbelsäule geht mit typischen Beschwerden einher. Obwohl sich eine BWS-Blockade nicht direkt nachweisen lässt, kann man durch die typischen Beschwerden auf sie schließen.

Zu den typischen Merkmalen einer BWS-Blockade zählen:

Darüber hinaus lassen sich manchmal scheinbar eigenartige Symptome auf eine BWS-Blockade zurückführen. Symptome wie:

  • Kreislaufprobleme,
  • Herz-Rhythmus-Störungen,
  • Magenbeschwerden,
  • Schwierigkeiten beim Atmen oder
  • Probleme mit anderen Organen.

Der Grund dafür: Die zuständigen Nerven für die inneren Organe entspringen fast alle der Brustwirbelsäule. Entsprechend können Organbeschwerden ihren Ursprung in einer Wirbelblockade in der Brustwirbelsäule haben. Ein Arzt kann dich dahingehend gut beraten.

Um eine BWS-Blockade selbst lösen zu können, wird oftmals einfach geknackt oder eingerenkt. Manchmal hilft diese Methode, um die Probleme zu lösen. Manchmal führt dies jedoch nicht zum Erfolg.

Dennoch wird weiter eingerenkt und geknackst. Was dabei passiert und warum dies nicht hilft, schauen wir uns im nächsten Abschnitt an. Danach erfährst du, wie du eine BWS-Blockade selbst lösen kannst.

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Warum sich einrenken gut anfühlt, aber selten hilft

Die Wirbelsäule blockiert. Da kann man doch mal schnell knacksen oder einrenken. Das fühlt sich gut an!

Doch schon bald ist die BWS-Blockade wieder drin.

Wie kann das sein? Die war doch eben erst weg? Und warum fühlt sich das Einrenken eigentlich so gut an?

Wir wissen heute, dass Gelenke nicht einfach aus ihrer Position verrutschen oder Gelenke einfach so blockieren. 

Wir wissen auch, dass wir die Position der Gelenke durch eine manuelle Manipulation wie z.B. bei der Chiropraktik nicht einfach verändern können.

Chiropratiker

Chiropraktik fühlt sich gut an, führt aber nicht immer zum Erfolg.

Warum hilft es dann trotzdem? Diese Frage hat sich auch Dr. Heidi Haavik gestellt. In einer Untersuchung stellte sie fest, dass eine Manipulation der Gelenke zu einer starken Erregung des somatosensorischen Kortex führt. Hier werden Empfindungen aus der Haut oder von Rezeptoren verarbeitet, die Reize wie Druck, Vibration oder Berührung wahrnehmen. Solche Rezeptoren finden wir vor allem in und um Gelenken in großer Anzahl.

Dieser sensorische Input kann für eine Verringerung der Schmerzempfindlichkeit sorgen und führt zu neuronalen Anpassungen im Bereich des präfrontalen Kortex. In diesem Bereich werden vor allem Bewegungen geplant und Handlungen gesteuert.

Finden hier Anpassungen statt, wirkt sich das auf die Qualität der Bewegungen und Ansteuerung der Muskulatur aus, was zum Beispiel den Muskeltonus der tiefen Rückenmuskulatur senken kann.

Zusätzlich hemmt eine vermehrte Aktivität im präfrontalen Kortex einige Hirnareale im Stammhirn. Dies kann sich positiv auf die Schmerzempfindung und die Muskulatur auswirken.

Wir wissen also, dass das Einrenken hauptsächlich im Gehirn wirkt.

Wir wissen auch, dass unser Gehirn stets darum bemüht ist, unsere Wirbelsäule stabil zu halten. Wie heißt es so schön: Safety first!

Wenn wir uns nun wenig bewegen, kann es passieren, dass die stabilisierende Muskulatur im oberen Rücken abgebaut werden. Use it or loose it.

Jedoch möchte unser Gehirn Sicherheit und Stabilität haben. Entsprechend kann es eine Blockade in der Brustwirbelsäule erzeugen, um die Stabilität zu erhöhen, wenn die stabilisierende Muskulatur zu schwach ausgeprägt ist.

Dann wird alles Knacksen und Einrenken der Welt nicht funktionieren. Stattdessen ist es eine gute Idee, die Muskulatur im oberen Rücken zu kräftigen, damit die BWS-Blockade nicht wiederkommt.

Wie das funktioniert, schauen wir uns jetzt an.


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BWS-Blockade selbst lösen mit 5 einfachen Übungen

Aufmerksame Leser meiner Seite wissen bereits: Wir nehmen nicht einfach so irgendwo Spannung aus dem Körper

Denn Spannung erzeugt Stabilität. Und wenn wir irgendwo Spannung herausnehmen, muss diese woanders wieder rein.

In den meisten Fällen entstehen BWS-Blockaden, weil:

  1. der vordere Schultergürtel zu stark ist,
  2. der Rückenstrecker im oberen Rücken zu schwach ist ,
  3. die Beweglichkeit im oberen Rücken nicht genutzt wird.

Diese drei häufigen Ursachen greifen wir auf, um sanft eine BWS-Blockade selbst lösen zu können. Zusätzlich führen wir eine Übung aus, welche die Wirbelkörper sanft auseinander zieht. 

Schauen wir uns die Übungen genauer an.

Übung #1: Dead Hang

Oftmals wird versucht, mit viel Kraft eine BWS-Blockade selbst lösen zu können.

Doch das geht auch anders!

Indem wir uns an eine Stange hängen, bringen wir die Wirbelsäule sanft auf Länge.

Dabei darfst du tief und entspannt atmen, damit die Muskeln im oberen Rücken locker lassen und die Wirbel tatsächlich ein kleines Stück "auseinander gezogen" werden können.

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Übung #2: BWS-Mobilisation mit Widerstandsband

Anschließend mobilisieren wir die Brustwirbelsäule auf mit Hilfe eines Widerstandbandes wie diesem hier (Affiliate Link).

Das Band hilft uns dabei, die Bewegung noch besser zu spüren und tatsächlich die Wirbelkörper zu bewegen, die wir auch mobilisieren wollen.

Gehe dazu in den Fersensitz.

Halte das Band mit beiden Händen fest, während du es um die Brustwirbelsäule legst.

Setze die Hände leicht vor den Knie auf dem Boden ab.

Lass dich nun von dem Band nach vorn ziehen, atme tief ein und halte die Position kurz.

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Anschließend schiebst du das Band mit Hilfe der Brustwirbelsäule nach hinten, bis du einen starken Rundrücken machst. Wiederhole die Bewegung 10 mal.

Übung #3: BWS-Rotation im Vierfüßlerstand

Die Brustwirbelsäule kann sich aber nicht nur strecken und beugen. Sie kann auch rotieren. Auch diese Fähigkeit ist häufig eingeschränkt. 

Grund genug, diese Bewegung zu üben, um eine BWS-Blockade selbst lösen zu können.

Gehe dazu in den Vierfüßlerstand. Halte eine Hand am Ohr.

Halte den unteren Rücken nun stabil und drehe dich aus der Brustwirbelsäule, sodass dein Ellenbogen zur Decke zeigt.

Kurz halten.

Dann Bewegung umkehren und mit dem Ellenbogen den anderen Ellenbogen berühren.

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Übung #4: Dehnung der Brustmuskulatur

Durch übermäßiges Sitzen haben viele Menschen oftmals einen hohen Muskeltonus im vorderen Schultergürtel. Dies zieht die Wirbelsäule in einen Rundrücken und rotiert die Schultern nach innen.

Damit der Rücken einfacher aufgerichtet werden kann, ist es daher eine gute Idee, den vorderen Schultergürtel zu öffnen.

Stelle dich dazu an einen Türrahmen oder ein anderes Hilfsgerät.

Lege die Hand mit fast gestrecktem Arm etwa auf Brusthöhe an den Widerstand.

Drehe dich nun aus der Schulter heraus von der Hand weg. Dadurch erhöhst du die Dehnung auf die Brustmuskulatur.

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Um die Übung noch effizienter zu gestalten, kannst du die CRAC-Methode benutzen. Dadurch erhöhst du die aktive Beweglichkeit und dein Gehirn lernt schneller, die Beweglichkeit zu kontrollieren. In diesem Artikel wird die Methode ausführlich erklärt.

Übung #5: Kräftigung des oberen Rückens

Im letzten Schritt kräftigen wir den kompletten oberen Rücken. Damit bringen wir deinem zentralen Nervensystem eine neue Strategie bei, um die Brustwirbelsäule zu stabilisieren. Dies ist ein wichtiger Schritt, um eine BWS-Blockade selbst lösen zu können.

Schnapp dir dazu ein Widerstandsband, wie z.B. dieses hier (Affiliate Link).

Stelle dich aufrecht hin und greife das Band etwas schulterbereit auseinander.

Fixiere die Schulterblätter hinten und unten.

Ziehe das Band nun auseinander, halte die hintere Position kurz und wiederhole die Bewegung. 

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Diese Übung trainiert alle Muskeln, welche für die Stabilität der Wirbelsäule im oberen Rücken verantwortlich sind und macht sie zur perfekten Wahl, um eine BWS-Blockade selbst lösen zu können.

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Jetzt bist du dran!

Da du den Artikel bis hierhin gelesen hast, gehe ich davon aus, dass du ernsthaft daran interessiert bist, deine körperlichen Beschwerden loszuwerden.

Leider kursieren viele Mythen und Halbwahrheiten, die dir auf deinem Weg Steine in den Weg legen. Wenn du schon mal etwas probiert hast, du aber nur kurzfristig Erfolge hattest, weißt du, was ich meine...

Darum habe ich die Erkenntnisse aus den letzten Jahren in 7 einfachen Lektionen zusammengefasst. Diese findest du im kostenfreien 7-Tage-Email-Training.

Konkret bekommst du:

  • Tag 1: [Mythen] Die 7 größten Irrtümer der Gesundheitsindustrie als PDF 
  • Tag 2: [Beweglichkeit] Diese Gewohnheit verhindert deine Beweglichkeit 
  • Tag 3: [Körperhaltung] Endlich entspannt aufrecht stehen
  • Tag 4: [Verspannungen] Wie dich simple Anatomie vor Verspannungen rettet
  • Tag 5: [Schmerzen] Von kurzfristiger Linderung zum nachhaltigen Behandlungserfolg
  • Tag 6: [Ganzheitlich] Die häufigsten ignorierten Einflussfaktoren
  • Tag 7: [Individuell] Wie du immer geeignete Übungen findest

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Bildernachweis im Artikel "BWS-Blockade selbst lösen":


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