Körperhaltung verbessern: Der komplette Guide für eine aufrechte Haltung
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Körperhaltung verbessern: Der komplette Guide für eine aufrechte Haltung

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Körperhaltung verbessern

Körperhaltung verbessern:  Es gibt Menschen, die betreten einen Raum und wirken gesund, athletisch und energiegeladen.

Dieser erste Eindruck basiert zum großen Teil auf ihrer aufrechten Körperhaltung.

Doch wenn wir uns umschauen, sehen wir viele Menschen mit einer krummen Haltung. 

Diese Menschen klagen auch unter Verspannungen, Rückenschmerzen oder Schulterprobleme.

Damit machen wir heute Schluss! Du willst deine Körperhaltung verbessern? Dann bist du hier richtig.

Denn in diesem Artikel erfährst du:

  • Den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Körperhaltung,
  •  Einen Selbsttest, mit dem du deine Haltung überprüfen kannst,
  •  Die Folgen von übermäßigem Sitzen und
  •  Übungen, mit denen du ganz einfach deine Körperhaltung verbessern kannst.

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Was ist eine gute Körperhaltung?

Beim Militär heißt es: Brust raus, Bauch rein, Schultern nach hinten, schulterbreit stehen. 

Doch was stellst du fest, wenn du diese Körperhaltung bewusst einnimmst?

Es fühlt sich an wie ein Stock im Arsch. Entschuldige den Ausdruck.

Körperhaltung verbessern

Ein aufrechte Haltung unterscheidet sich deutlich von einer schiefen Haltung.

Und eben weil diese Haltung sehr viel bewusste Aufmerksamkeit erfordert und der Fokus automatisch nachlässt, rutschst du wieder in eine schlechte Körperhaltung. Diese zeichnet sich aus durch:

Das öffnet Tür und Tor für Knieprobleme, Rückenschmerzen, Nackenverspannungen und andere körperliche Beschwerden.

Im Gegensatz dazu zeichnet sich die richtige Körperhaltung im Stehen durch folgende Merkmale aus:

  • Die Schultern hängen entspannt nach hinten und unten,
  • der Hals bildet eine gerade Verlängerung der Wirbelsäule,
  • natürliche Doppel-S-Form der Wirbelsäule,
  • das Becken sitzt in einer neutralen Position.

Stelle dir vor, es sei ein Faden an deiner Schädeldecke befestigt, der dich nach oben ziehen würde.

Mit dieser Visualisierung nimmst du die richtige Haltung ein. Aber auch hier gilt wieder: es ist viel bewusste Anstrengung erforderlich, um diese Körperhaltung einzuhalten.

Darum zeige ich dir gleich einige Übungen, mit denen du nachhaltig deine Körperhaltung verbessern kannst.

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Körperhaltung verbessern? Mache vorher den Selbsttest!

Du willst deine Körperhaltung verbessern? Dann kannst du natürlich einfach wild drauflos trainieren. Oder du bist intelligent. Und weil du diesen Artikel liest, schätze ich dich genau so ein 😉

Darum testen wir! Wo ist deine größte Baustelle?

Im Video rechts siehst du, wie der Test funktioniert.

Stelle dich mit dem Rücken vor eine Wand - die Füße sind etwa 10-15 cm entfernt.

Lehne dich nun zurück, ohne die Füße zu bewegen, bis dein kompletter Rücken flach an der Wand aufliegt.

Zwischen deinen unteren Rücken und dich sollte nichts mehr durchpassen. Auch keine Ameisenstraße. 

Ziehe dein Kinn leicht ein und lehne auch deinen Hinterkopf an die Wand.

Strecke deine Arme mit den Handflächen nach unten gerade vor dich aus.

Lege nun deine Oberarme an die Wand und drehe die Arme aus der Schulter nach oben, sodass nun beide Arme mit einem 90°-Winkel im Ellenbogengelenk an der Wand liegen.

Und das war's schon.

Mit diesem einfachen Test wirst du sehen, wie gut deine Haltung ist und wo du ansetzen musst, um deine Körperhaltung verbessern zu können.

Damit kannst du eine Reihe von Dingen feststellen:

  • Ist die Schulter beweglich genug, um die Arme komplett an die Wand zu legen?
  • Kannst du die Arme komplett an die Wand lege, oder schummelst du mit einem abknicken der Handgelenke?
  • kannst du den unteren Rücken die ganze Zeit flach an der Wand halten?
  • Bleibt dein Hinterkopf an der Wand?
  • Wie leicht fällt es dir, die Schultern an der Wand zu halten?
  • Fällst du vielleicht ins Hohlkreuz, um die Arme an die Wand legen zu können?
  • Wie leicht fällt es dir, in der Brustwirbelsäule aufrecht zu bleiben?

Mit diesem Test können viele Rückschlüsse gezogen werden, wie es um deine Körperhaltung bestellt ist.

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Die Ursache Nr. 1 einer schlechten Haltung

Wie liest du gerade diesen Artikel? Sitzend am Smartphone oder am Computern?

Sei ehrlich: Du achtest dabei nur selten auf eine gute Sitzhaltung, oder?

Die Schultern hängen. Kopf nach vorn geschoben. Die Wirbelsäule auf halb Neune.

Typische Haltung vorm Computer.

Was passiert da eigentlich? Warum ist langes Sitzen schlecht für eine aufrechte Haltung?

Zugegeben: Sitzen ist in erster Linie nur... naja, Sitzen. Da passiert erstmal nicht viel. Doch sitzen wir über eine lange Zeit, passiert in unserer Muskulatur so allerhand.

Viele Muskeln, die für eine aufrechte Haltung wichtig sind, werden dann abgebaut. Der Körper denkt sich: "Was wir nicht benutzen, kann weg.

Viele Muskeln, die für eine aufrechte Haltung wichtig sind, werden bei übermäßig viel Sitzen abgebaut. Der Körper denkt sich: "Was wir nicht benutzen, kann weg."

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Welche Muskeln das sind? Eine sehr gute Frage! Das sind vor allem:

  • Die Gesäßmuskulatur,
  • Der obere Rücken und
  • Die Rumpfmuskulatur.

Während sich diese Muskeln typischerweise abbauen, verkürzen sich andere Muskeln.

Diese charakteristische Dysbalancen hat Dr. Vladimir Janda bereits vor mehreren Jahrzehnten beschrieben. Damit du deine Körperhaltung verbessern kannst, ist es wichtig, diese Dysbalancen zu verstehen. Schauen wir sie uns mal genauer an.

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Körperhaltung verbessern: Die Sache mit dem Upper-Cross und Lower-Cross

Wir haben bisher gesehen, was der Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Körperhaltung ist. Wir haben auch gesehen, dass Bewegungsmangel Grund Nr. 1 für eine schlechte Körperhaltung ist.

Jetzt soll es darum gehen, wo wir ansetzen müssen, um die Körperhaltung verbessern zu können.

Und da diese muskulären Dysbalancen so typisch sind, haben sie einen Namen bekommen:

  1. Das Upper-Cross-Syndrom beschreibt die Dysbalance im Oberkörper,
  2. Das Lower-Cross-Syndrom beschreibt die Dysbalance im Unterkörper.

Da​​​​s Upper-Cross-Syndrom

Das Upper-Cross-Syndrom zeichnet sich aus durch:

  • feste, verspannte Brustmuskeln,
  • einen festen, verspannten oberen Trapezius,
  • schwache Halsbeuger,
  • einen schwachen unteren Trapezius und Serratus Anterior

Diese typische muskuläre Dysbalance ist die Ursache für einen Rundrücken und eine vorgestreckte Kopfhaltung. Hast du immer wieder lästige Verspannungen im oberen Rücken oder Nacken? Dann darfst du genau hier ansetzen.

Um diese Fehlhaltungen korrigieren und die Körperhaltung verbessern zu können, machen wir folgendes:

  • Wir werden Spannung  aus dem Brustmuskeln sowie oberen Trapezius nehmen und
  • Den unteren Trapezius sowie Halsbeuger kräftigen.

Das Lower-Cross-Syndrom

Das-Lower-Cross-Syndrom zeichnet sich aus durch:

  • schwache, "inaktive" Gesäßmuskeln,
  • schwache Bauchmuskeln,
  • feste, "verkürzte" Hüftbeuger,
  • feste Muskeln im unteren Rücken.

Diese typische Dysbalance verursacht ein Hohlkreuz und kann zu Rückenschmerzen führen.

Um diese Fehlhaltung korrigieren und die Körperhaltung verbessern zu können, machen wir folgendes: 

  • Wir nehmen Spannung aus dem unteren Rücken sowie Hüftbeuger und
  • Wir kräftigen das Gesäß und den Rumpf.

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Was ist der größte Fehler, wenn du deine Körperhaltung verbessern willst?

Der ein oder andere hat mittlerweile verstanden, dass es eine gute Idee ist, sich regelmäßig zu bewegen.

Doch leider erlebe ich es immer wieder, dass Menschen einen großen Fehler machen, wenn sie ihre Körperhaltung verbessern wollen.

Sie gehen ins Fitnessstudio und setzen sich an Geräte. Warum ist das schlecht?

Wir sitzen eh schon den Großteil des Tages. Sich dann im Training an Geräte zu setzen, fördert den Abbau wichtiger Muskeln.

Die Gesäßmuskulatur bleibt inaktiv und die Bauchmuskeln müssen an den Geräten auch keine stützende Funktion übernehmen.

Die Folge: Wichtige Muskeln bauen sich weiter ab. Und Probleme folgen...

Körperhaltung verbessern durch mehr Grundlagentraining

Darum mein Tipp: Wenn du Krafttraining in dein Training einbaust, dann mach es richtig. Stell dich hin!

Krafttraining kann eine wunderbare Ergänzung sein, wenn du deine Körperhaltung verbessern willst. Aber bitte richtig! Hier erfährst du mehr

Und achte darauf, dass deine Prioritäten gut sortiert sind. Krafttraining ist ein wertvolles Werkzeug. 

Doch die Bedeutung, die dem Krafttraining beigemessen wird, ist (völlig) überschätzt. Während die Grundlagen – Mobilität und Stabilität – unterschätzt werden.

Stabilität und Mobilität kannst du ganz einfach mit kontrollierten Gelenksrotationen trainieren. Damit schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe. Wie das geht, erfährst du in dem kostenfreien Ratgeber "Schmerzfrei und beweglich mit Gelenksrotationen".

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9 einfache Übungen, mit denen du deine Körperhaltung verbessern kannst

Es gibt eine ganze Reihe von Übungen, welche die Körperhaltung verbessern. Die folgenden Übungen, sind meine Favoriten, weil sie jeder Zuhause ausführen kann.

Die Übungen sind entsprechend des Upper- und Lower-Cross-Syndrom eingeteilt. Wir fangen unten an und arbeiten uns systematisch nach oben.

Körperhaltung verbessern mit Übungen gegen das Lower-Cross-Syndrom

Wir erinnern uns: Das Lower-Cross zeichnet sich durch vier Merkmale aus:

  1. Einen festen Hüftbeuger,
  2. Eine inaktive Gesäßmuskulatur,
  3. Einen festen unteren Rücken und
  4. Eine schwache Rumpfmuskulatur.

Für jede Muskelgruppe erhältst du nachfolgend eine Übung.

Übung #1: Der Couch Stretch

Der Couch-Stretch ist eine der besten Übungen, um Spannung aus den Hüftbeugern zu nehmen und um die Körperhaltung verbessern zu können. 

Mein Tipp: Wenn du viel sitzt, mache für jede Stunde sitzen eine Minute den Couch Stretch.

Begebe dich dazu vor eine Wand. Stelle ein Bein wie im Ausfallschritt vor dich auf. Das hintere Bein wird an der Wand aufgestellt, wie im Video zu sehen.

Achte darauf, dass der komplette Spann von den Zehen bis zum Knie an der Wand liegt.​

Lege ein Kissen unter das Knie, um die Übung angenehmer zu machen.

Schiebe in dieser Position das Becken sanft nach vorn.

Halte diese Position für 60 Sekunden. Studien zeigen: Die Nervenzellen in den Muskeln geben erst nach 45 Sekunden das Signal, dass sich der Muskel entspannen kann. Erst danach lässt die Spannung nach.

Führe diese Übung zwei mal pro Bein aus.

Übung #2: Aktivierung der Gesäßmuskulatur

Sitzen ist für'n Ar***. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und das nicht in der besten Art und Weise.

Denn: Durch Bewegungsmangel und zu viel Sitzen wird unser Hintern buchstäblich platt gemacht.

Dabei ist insbesondere das Gesäß doch so wichtig für unsere orthopädische Gesundheit und eine aufrechte Haltung! Darum ist es wichtig, dass unser Gesäß ordentlich arbeitet!

Die einfachste und gleichzeitig effektivste Übung dafür ist die Hüftbrücke.

Lege dich dazu auf den Rücken und stelle die Beine auf.

Spanne nun das Gesäß an und schiebe aktiv das Becken zur Zimmerdecke. 

Strecke die Hüfte, so hoch du kannst. Halte die Endposition und kehre dann in die Ausgangsposition zurück.

Mache davon 3 Durchgänge mit jeweils 15 Wiederholungen. Und ja: Es darf brennen 😉

Übung #3: Entspannung des unteren Rücken

Ah Der untere Rücken! Schmerzen im unteren Rücken sind häufig der Grund, warum Menschen anfangen, sich mit ihrem Körper zu beschäftigen (nach der Pubertät 😉 ).

Doch tatsächlich ist der untere Rücken keine Muskelgruppe, die wir dehnen müssen. Schau dir mal an, wie krumm viele sitzen. Vielleicht fällt dir auf, dass der untere Rücken in dieser Haltung ohnehin in einer gedehnten Position ist.

Diese armen Muskeln noch weiter zu dehnen, führt uns nicht zum Erfolg. Nein.

Und das geht wie folgt:

Nimm dir einen Lacrosseball. Platziere ihn seitlich neben der Wirbelsäule knapp oberhalb der Beckenschaufel.

Lege dich auf den Ball. Es sollte sich angenehm anfühlen. Wenn es sich NICHT angenehm anfühlt, spiele mit der Position des Balls ein wenig.

Um den unteren Rücken optimal entspannen zu können, nutzen wir eine Technik, die sich Contract-Release nennt. Spanne den unteren Rücken dazu 6 Sekunden lang an. Lass dann los. So kann der Ball tief einsinken und die Muskulatur entspannen.

Mache davon insgesamt 4 Durchgänge pro Seite.

Übung #4: Kräftigung der Rumpfmuskulatur

Die Rumpfmuskulatur wird leider noch immer unterschätzt, wenn es um Rückengesundheit geht. Doch nicht bei uns!

Denn ein starker Rumpf ist enorm wichtig, wenn wir die Körperhaltung verbessern wollen. Grund genug, dass du in dieser Liste auch eine Übung für den Rumpf findest!

Darf ich vorstellen? Der Unterarmstütz!

Gehe dazu auf den Boden. Du stützt dich auf deine Unterarme.

Du bist von Kopf bis Fuß eine gerade Linie. Halte Gesäß und Rumpf bewusst unter Spannung! 

Und halten!

Wenn du es wirklich wissen willst, ziehst du die Ellbogen und Zehen aktiv zueinander. Das erhöht die Spannung im Rumpf enorm!

Halte den Unterarmstütz für mindestens 30 Sekunden. Mache davon drei Durchgänge.

Körperhaltung verbessern mit Übungen gegen das Upper-Cross-Syndrom

Wir erinnern uns: Das Upper-Cross zeichnet sich durch vier Merkmale aus:

  1. Eine feste Brustmuskulatur,
  2. Ein schwacher oberer Rücken,
  3. Einen fester Nacken und
  4. Ein schwacher Halsbeuger.

Für jede Muskelgruppe erhältst du nachfolgend eine Übung, damit du deine Körperhaltung verbessern kannst.

Übung #5: Der Brustmuskel Smash

Mit dieser Übung nehmen wir viel Spannung aus dem Brustmuskel. Das ist auch wichtig. Denn es bringt nicht viel, einfach nur die Rückenmuskeln zu stärken.

Diese müssten nur unverhältnismäßig viel Kraft aufwenden, um die Spannung auszugleichen. Deswegen beginnen wir damit, Spannung aus der Brust herauszunehmen.

Rolle mit einem Lacrosse Ball im roten Bereich.

Prinzipiell geht das auch mit Dehnübungen. Allerdings dauert es so wesentlich länger und ist nachweislich weniger effektiv.

Stelle dich dazu an einen Türrahmen oder an einen Schrank. Lege den Ball zwischen deine Brust und den Türrahmen.

Lege den Ball seitlich an die Brust, wo der Muskel in die Schulter übergeht (siehe das Bild). Rolle ein wenig mit dem Ball hin und her, bis du eine schmerzhafte Verklebung findest.

Mache mit dem Arm derselben Seite nun Ruderbewegungen.


So bewegst du den Muskel unter dem Ball und kannst die Spannung noch effektiver aus dem Muskel nehmen.


Das kann etwas weh tun, sollte aber auszuhalten sein.

Bleibe auf einer Stelle, bis der Schmerz nachlässt. Suche dir dann einen anderen Punkt. Nimm dir pro Seite etwa 2 Minuten Zeit

Übung #6: I-Y-T-Stretch am Boden

Diese Übung stammt vom genialen Körperarbeiter Pete Egoscue, der die Egoscue-Methode begründet hat. Sie hilft dabei, die Ausrichtung des Schultergelenks zu verbessern.

Gleichzeitig werden die Brustmuskeln gedehnt und die Überkopfbeweglichkeit verbessert.

Für diese Übung benötigst du kein teures Trainingsequipment. Ein paar Bücher übereinander gestapelt erfüllen den Zweck.

Lege dich dazu auf den Bauch.


Die Hände sind Überkopf ausgestreckt, die Daumen sind nach oben gedreht.

Die Bücher liegen unter den Händen und sind etwa 5 bis 10 cm hoch.

​Entspanne dich nun und lasse die Schwerkraft wirken.

Zunächst formt dein Körper mit den Händen überkopf ein I. Wiederhole die Übung anschließend und forme mit deinem Körper ein Y. Zum Schluss formst du mit deinem Körper ein T. Die Hände sind jeweils ausgestreckt und der Daumen zeigt nach oben.

Halte jede Position für mindestens 2 Minuten. Atme dabei tief und entspannt. Spüre, wie dir die tiefe Atmung dabei hilft, die Spannung aus den Muskeln weichen zu lassen.

Übung #7: Wandgleiten

Wandgleiten ist eine gute Übung, um das Zusammenspiel der oberen Rückenmuskeln und die Körperhaltung verbessern zu können. 

Es stärkt den mittleren und unteren Anteil des Trapezius und verbessert darüber hinaus die Beweglichkeit der Schultern.

Diese Muskeln sind wichtig, um die Schultern in einer neutralen Position zu halten und wirken damit eingerundeten Schultern entgegen.

Stelle dich dazu an eine Wand. Die Füße können etwas von der Wand entfernt sein.

Achte darauf, dass der komplette Rücken flach an der Wand aufliegt.


Überstrecke dabei nicht die Halswirbelsäule.

In der Startposition berühren die Hände mit dem Handrücken die Wand und befinden sich neben deinen Schultern. Der komplette Arm hat dabei Kontakt zur Wand.

​Führe nun die Hände Überkopf, ohne dass die Arme dabei den Kontakt mit der Wand verlieren. Es kann zu Beginn sein, dass du den Kontakt nicht über den kompletten Bewegungsumfang halten kannst.

Das ist nicht schlimm. Gebe dein Bestes und versuche so gut wie möglich, den Kontakt zu halten.

Mache davon 3 mal 15 Wiederholungen. Führe jede Wiederholung langsam und kontrolliert aus.​

Übung #8: Nacken Smash

Der obere Anteil des Trapezius ist der Übeltäter, wenn du Nackenverspannungen hast.

Damit du den Muskel zukünftig selbst entspannen kannst, zeige ich dir hier eine Übung mit dem Lacrosseball.

Stelle dich dazu vor einen Schrank oder in einen Türrahmen. 

Lehne dich nach vorn und lege den Ball zwischen dich und den Schrank.

Übe nun sanften Druck aus und rolle für zwei Minuten auf dem Nacken umher. Wechsel danach zur anderen Seite.

Du willst lernen, wie du Nackenbeschwerden zukünftig selbstständig behandelst? Dann kommt hier ein Schmankerl für dich:

Übung #9: Alexander-Technik an der Wand

Wir haben bis hierher viele Übungen kennengelernt, mit denen du deine Körperhaltung verbessern kannst. 

Damit die einzelnen Muskeln auch lernen, wie sie zusammenarbeiten, brauchen wir noch eine letzte Übung. Für eine aufrechte Haltung eignet sich die Alexander-Technik an der Wand.

Stelle dich dazu an eine Wand. Kontaktpunkte sind die Füße, das Gesäß, der obere Rücken und der Hinterkopf.

Wenn du es korrekt machst, fühlt sich diese Übung so richtig schön unangenehm an.

Keine Bange: Du wirst im Alltag so niemals rumlaufen. Die Übung verdeutlicht dir jedoch, wo mehr Spannung hingehört.

Wenn es also im oberen Rücken und im Rumpf anfängt zu brennen, dann machst du alles richtig.

Halte die Position für 2 Minuten.

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Körperhaltung verbessern mit Yoga

Aus dem Yoga kennen wir noch eine Übung , mit der wir die Körperhaltung verbessern können.

Sie ist quasi die Geheimwaffe für eine aufrechte Haltung. Diese Übung heißt Sonnengruß.

Der Sonnengruß ist eine sehr komplexe Übung. Dadurch wird der ganze Körper aktiviert und mobilisiert.

Wie wird der Sonnengruß ausgeführt?

In folgendem Video zeigt dir Amiena Zylla von HappyAndFitYoga, wie der Sonnengruß richtig ausgeführt wird:

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Hilfsmittel, um die Körperhaltung verbessern zu können

In letzter Zeit sind immer mehr Hilfsmittel für eine aufrechte Haltung auf den Markt gekommen:

  • Tragegurte, die dich automatisch in die richtige Haltung ziehen wollen,
  • Apps, welche dich an eine aufrechte Haltung erinnern,
  • Faszienrollen und Massagebälle und vieles mehr.

Was taugen sie? Helfen sie dabei, wenn du die Körperhaltung verbessern willst?

Machen wir es kurz: Tragegurte sind eine schöne Idee, die schnelle Ergebnisse versprechen. Aber leider nicht halten, was sie versprechen.

Der Grund: Du wirst in eine aufrechte Haltung gezwungen, ABER es gibt keine aktive Beteiligung des zentralen Nervensystems. Doch gerade das zentrale Nervensystem steuert die Muskulatur. 

Wie soll es denn nun lernen, dich in einer aufrechten Haltung zu halten, wenn ein externes Gerät diese Arbeit übernimmt? Eben! 

Fakt ist: Es gibt keine Abkürzung. Wenn du deine Körperhaltung verbessern willst, darfst du dir die Arbeit machen. Da reichen täglich 10-15 Minuten. Aber du musst es selbst tun.

Bei der täglichen Selbstpflege können dir verschiedene Hilfsmittel helfen. Ich empfehle vor allem einen Lacrosseball, Blackroll und einen Duoball. Damit lässt sich unnötige Spannung aus verspannten Muskeln nehmen.

Gepaart mit einfachen Kräftigungsübungen für geschwächte Muskeln kannst du so fantastische Ergebnisse erzielen.

Meine Empfehlung sind die folgenden drei Hilfsmittel, um die Körperhaltung verbessern zu können:

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Gerade Haltung angewöhnen: Wie lange dauert es?

Am liebsten hättest du sofort eine aufrechte Haltung, stimmt's? Leider ist es nicht so einfach.

Wenn du deine Körperhaltung verbessern willst, brauchst du vor allem eins: Geduld.

Denn unsere Körperhaltung ist eine der stärksten Gewohnheiten, die wir haben. Entsprechend wird es einige Zeit dauern, bis wir diese tiefe Gewohnheit umprogrammieren.

Aus den Neurowissenschaften wissen wir: Es dauert Pi mal Daumen 30 Stunden Übungszeit, bis wir unser Gehirn neuroplastisch umprogrammiert haben.

Doch nicht nur auf neuronaler Ebene benötigen wir vor allem Geduld. 

Unsere Faszien sind ebenfalls maßgeblich daran beteiligt, wie unsere Körperhaltung aussieht. Wir wissen: Faszien benötigen 300-500 Tage, um sich neu auszurichten.

Das heiß für dich: Je öfter du die Übungen machst, um deine Körperhaltung verbessern zu können, umso schneller wirst du Ergebnisse erzielen.

Worauf wartest du also noch?

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Jetzt bist du dran!

Viele Menschen hätten gern eine aufrechte Haltung. 

Die wenigsten sind bereit zu tun, was sie tun müssen.

Dabei kann es so einfach sein. Mit nur 10 Minuten täglich und einfachen Gelenksrotationen schulst du dein Körperbewusstsein.

Das ist eine enorm wichtige Fähigkeit, um die Haltung zu verbessern und Gelenkbeschwerden zu lindern.

In dem kostenfreien Ebook "Schmerzfrei und beweglich mit Gelenksrotationen" erfährst du, wie du kontrollierte Gelenksrotationen nutzt.

Außerdem findest du darin drei Methoden, wie du Gelenksrotationen bei Schmerzen benutzt und eine Routine zum Mitmachen.

Viel Erfolg damit!

Bildernachweis im Artikel "Körperhaltung verbessern":

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